Vollbremsung bei Heidelberg: Zurück zum Kerngeschäft, 2.000 Mitarbeiter müssen gehen

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Letztes Update am 16.3.

Vollbremsung bei Heidelberg: Zurück zum Kerngeschäft Druck, 2.000 Mitarbeiter müssen gehen
Unprofitable Geschäftsbereiche werden geschlossen, die Produktion der Primefire-Digitaldrucksysteme und des Großformat-Offsetdrucks wird eingestellt, zur Erhaltung der Liquidität wird die Pensionskasse ausgeräumt.

Inmitten der Corona-Krise hat die Heidelberger Druckmaschinen AG am 17. März das angekündigte umfassende Maßnahmenpaket beschlossen. Durch Konzentration auf das rentable Kerngeschäft und konsequente Anpassung der Kostenbasis soll eine Erlös-Verbesserung von 100 Mio. Euro realisiert werden.
Von einzelnen Produkten, die deutlich zu wenig Ertragskraft generieren und mit einem jährlichen Verlust von in Summe rund 50 Mio. Euro die Profitabilität des Unternehmens erheblich belasten, wird sich Heidelberg trennen. So hat sich im Bereich des Digitaldrucks der Markt für das Produkt Primefire 106 aufgrund des schwierigen Branchen- und Marktumfeldes deutlich langsamer entwickelt als angenommen. Auch im Bereich Bogenoffsetdruck bleibt der Produktbereich „Großformat“ deutlich hinter dem angestrebten Umsatz zurück, da sich die Marktstruktur für dieses Teilsegment grundlegend verändert hat. Um die Gesamtprofitabilität schnellstmöglich zu verbessern, wird die Produktion in beiden Bereichen bis spätestens Ende 2020 eingestellt.
Zukünftig will sich Heideberg also nur mehr auf die profitablen Bereiche des Unternehmens, in denen Heidelberg eine weltweit führende Marktstellung einnimmt konzentrieren – also den klassischen Offsetdruck. Ein Markt, der nach Schätzung von Experten – so Heidelberg – in den kommenden Jahren leicht wächst und mit einem langfristig stabilen Druckproduktionsvolumen von über 400 Mrd. Euro jährlich eine starke Basis für Heidelbergs Produkte und Lösungen bieten soll.
Heidelberg will dazu seine integrierten Lösungsangebot und die neuen digitalen Ge-schäftsmodellen wie Subskription weiter ausbauen. Der Schwerpunkt der künftigen Investitionen bei Heidelberg liegt auf der konsequenten „End-to-end“-Digitalisierung der Kundenwertschöpfung, also vor allem integrierte Systemlösungen für Maschinen, Software, Verbrauchsgüter und Performance-Services. Vision ist es, eine branchenübergreifende Plattform zu schaffen, auf der sämtliche Kunden-Lieferantenbeziehungen automatisiert abgewickelt werden können. Mit dieser Lösung können Druckereien ihre Produktivität nochmals deutlich verbessern.
Von den geplanten Maßnahmen werden laut Heidelberg insgesamt bis zu 2.000 Stellen weltweit betroffen sein, was auch Betriebsschließungen beinhalten kann.
Finanziert werden soll das alles durch die teilweise Rückführung von Liquiditäts-reserven in Höhe von rund 375 Mio. Euro aus dem Treuhandvermögen des im Jahr 2005 gegründeten Heidelberg Pension-Trust e.V. Damit soll auch die vorzeitige Rückführung einer Hochzinsanleihe mit einem Volumen von 150 Mio. Euro finanziert werden. .
Laut Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg, würden sich Restruktureierungsmaßnahmen auch schon auf das am 31. März endende Geschäfstjahr 2019/2020 verstärkt negativ auswirken. So werde wegen der Einmalaufwendungen für das Maßnahmenpaket sowie das sich aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie zunehmend verschlechternde wirtschaftliche Umfeld der Umsatz im Gesamtjahr jetzt deutlich unter dem Niveau des Vorjahres von rund 2,490 Mrd. Euro liegen. Auch das Gesamtergebnis wird nagativ ausfallen. Da ein Großteil der Neuausrichtung im Geschäftsjahr 2020/2021 passieren wird, werde sich auch 2020/2021 ein negatives Nachsteuerergebnis einstellen. Substanzielle positive Effekte der Neuausrichtung werden dann ab dem Geschäftsjahr 2021/2022 erwartet.
(18.3, RKM)

  • Trotz Virus, Ukraine-Krieg und Inflation: Die Termine der wichtigsten Branchen-Events

    PSI/Viscom, 10. bis 12. Januar 2023, Düsseldorf
    Innovationdays, 27. Febr. bis 2. März 2023, Luzern
    InPrint, 14. bis 16. März 2023, München
    CCE International, 14. bis 16. März 2023, München
    Expo 4.0, 30. März bis 1. April 2023, Stuttgart
    Fespa Global, 23. bis 26. Mai 2023, München
    Interpack, 4. bis 10. Mai 2023, Düsseldorf
    EcoPrint, 6. und 7. Juni 2023, Genf
    Labelexpo, 11. bis 14. September 2023, Brüssel
    Xfair reloaded, 27. bis 29. September 2023, Wien
    print fair, 18. und 19. Oktober 2023
    Drupa, 28. Mai bis 7. Juni 2024, Düsseldorf

  • FM Future gibt die Rückkehr der EcoPrint bekannt, vom 6. bis 7. Juni 2023 in Genf

    Frazer Chesterman und Marcus Timson, jetzt FM Future, wollen es nach 10 Jahren Pause nochmals wissen und kündigen den Relaunch der EcoPrint an. Wohl damals seiner Zeit voraus fand dieser Messe- und Kongress-Event zum Thema Nachhaltigkeit im Druck erst- und einmalig 2012 in einem ehemaligen Bahnhofsgelände in Berlin statt. Die neue EcoPrint soll am 6. bis 7. Juni 2023 im Genfer PalExpo-Gelände Unternehmen und Entscheidungsträger aus der Druck- und Verpackungsbranche zusammenbringen, um Erfahrungen und Ideen zu Öko-Themen auszutauschen. Marcus Timson, damaliger Mitbegründer der EcoPrint: „2012 war die EcoPrint, daran besteht kein Zweifel, seiner Zeit voraus. Wir glauben, dass 2023 der perfekte Zeitpunkt ist, neu zu starten zumal wir uns auch mitten in einer Energiekrise befinden und die Auswirkungen der selbst verschuldeten Klimakatastrophe nicht mehr zu übersehen sind.“
  • Trotec: Peter Kratky wird CEO, Andreas Penz übernimmt neue Laser Sources Group

    Jobweechsel bei Trotec Laser: Peter Kratky, bisher CSO steht ab 1. Jänner als CEO an der Spitze von Trotec Laser. Norbert Schrüfer, CEO der TroGroup „Peter Kratky hat in den vergangenen drei Jahren als CSO der Trotec Laser erfolgreich mit Andreas Penz zusammengearbeitet und sich in dieser Zeit hervorragendes Marktwissen angeeignet“. Zur TroGroup gehören die beiden erfolgreichen Unternehmen Trodat (Stempel) und Trotec (Laser). Zusätzlich wird die TroGroup mit der Laser Sources Group ein eigenes Geschäftsfeld für Laserquellen aufbauen. Schüfer: „Wir wollen uns zu einem globalen Player im Bereich von Laserquellen entwickeln und sehen in diesem Segment Potenzial für ertragreiches Wachstum.“ Der bisherige Trotec CEO Penz soll nun seine umfassende Expertise im Bereich von Lasertechnologien, Laseranwendungen und des Lasergeschäfts künftig als CEO der Laser Sources Group in die Unternehmensgruppe einbringen.
  • Offset-Flaute: Fujifilm beendet Plattenproduktion in Europa

    Während Agfa vollständig aus dem Offset-Business ausgestiegen ist und alle Assets an die Münchner Aurelius-Gruppe verkauft hat, versucht Fujifilm den weltweiten Rückgang des Offset-Business mit dem Ausstieg aus der Herstellung von Offset-Druckplatten in Europa zu begegnen. So soll auch die noch verbliebene Produktionslinie im niederländischen Werk Tilburg bis Ende 2023 geschlossen werden. Der europäische Markt wird zukünftig aus Japan und China versorgt
  • SCREEN: Patrick Jud neuer Chef für DACH-Region

    SCREEN Europe hat für die DACH-Region einen neuen Leiter bestellt. Zukünftig wird Patrick Jud als Area Director also auch für Österreich zuständig sein. Insbesondere übernimmt er die Leitung der deutschen Niederlassung von SCREEN Europe. Diese wurde im Jahr 2020 gegründet, um der steigenden Nachfrage nach deren Inkjet-Digitaldrucktechnologie im deutschsprachigen Raum gerecht zu werden.
  • Wetec 2023 in Stuttgart: Hoffen auf gute Stimmung im Frühling

    Was wir mit unserer Xfair Ende September nicht geschafft haben – die Branche trotz Covid, Ukraine-Krieg und daraus resultierenden wirtschaftlichen Problemen zu einer Teilnahme an einem Messevent zu motovieren – hofft die Messe Stuttgart sechs Monate später vom  30. März bis 1. April 2023 hinzubekommen.  So läuft denn auch der Countdown für die Wetec 2023 als Teil der Expo 4.0 auf vollen Touren. Und, so die Veranstalter, es hätten sich bereits jetzt etliche namhafte Betriebe – vielfach Neuaussteller - aus ganz Deutschland und Europa zur Fachmesse für Werbetechnik, Digitaldruck, Lichtwerbung und Digital Signage angemeldet. Die wetec findet im Messeverbund EXPO 4.0 mit der Messe TecStyle Visions für Textilveredlung und Promotion sowie der Werbemittelmesse GiveADays in Stuttgart statt.
  • Neue Rolle-zu-Rolle-Großformatdrucker von HP: Die Latex 2700-Serie

    HP hat mit der Rolle-zu-Rolle-Druckerserie Latex 2700 neue Produktionsmaschinen für das Large Format Printing im Formatbereich bis 3,2 Meter Breite und mit einer Spitzenleistung von 89 m²/Std. auf den Markt gebracht. Zugleich sollen Druckdienstleister von neuen „Professional Print Service Plans“ profitieren, die es ermöglichen, Druckflotten und Arbeitsabläufe zu verwalten und Workflows im integrierten Produktionsprozess zu verbessern.
  • Neue Speedmaster XL 106 von Heidelberg bricht Geschwindigkeitsrekord

    Im Wettrennen um die schnellste Bogendruckmaschine wechselt der Siegerpokal wieder zur die Heidelberger Druckmaschinen AG. Die optional für die Speedmaster XL 106 auf 21.000 Bogen pro Stunde gestiegene Druckgeschwindigkeit macht das Hochleistungssystem laut Hersteller zur schnellsten Bogenoffset-Druckmaschine der Welt, mit der jetzt auch in der Faltschachtelproduktion ein Output von über 100 Millionen Drucken im Jahr möglich ist.
  • Müller Martinis neue SigmaLine Compact: Softcover, Hardcover, Faden- und Sammelheftung

    Die SigmaLine-Familie von Müller Martini wird erweitert: Am Eröffnungstag der Printing United Expo in Las Vegas kündigte Müller-Martini-CEO Bruno Müller für das kommende Jahr die neue SigmaLine Compact an. Müller Martini will damit alle Optionen der Weiterverarbeitung abdecken: Softcover, Hardcover, Fadenheftung und Sammelheftung. Sie soll es Digitaldruckern ermöglicht werden, auf engstem Raum mit weniger Personal und bei geringerer Makulatur mehr Endprodukte zu fertigen.