Corona-Virus in Europa: Sorgen bei den Branchen-Leitmessen Fespa, Interpack, Drupa

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Letztes Update am 16.3.

Corona-Virus in Europa: Sorgen bei den Branchen-Leitmessen Fespa, Interpack, Drupa
Schon nach der ersten Ausbruchswelle des Corona-Virus in China ist die in Barcelona vom 24. bis 27 Februar geplante größte Mobilfunkmesse MWC abgesagt worden, aber noch sind die Veranstalter der Leitmessen für unseren Branchenbereich optimistisch, ihre Events durchführen zu können.

Auch die Veranstalter der nächsten,für unser Branche relevante Veranstaltung, die Fespa vom 24. bis 27. März in Madrid, beobachten die Entwicklung intensiv. Ein erheblicher Teil der Aussteller kommt mittlerweile aus China bzw. Asien. Aber auch bei den Besuchern aus dieser Region war ein Fespa-Besuch sehr beliebt. So wurden bereits Mitte Februar, noch vor Eintreffen der ersten Infektionswelle in Europa, erste Veranlassungen getroffen. So wurden alle chinesischen Aussteller angeschrieben und ihnen eine quasi Quarantänen-Frist auferlegt. Demnach ist kein Personal, auch nicht von Subunternehmern, auf der Messe erlaubt, das nach dem 5. März in China gewesen war. Entsprechende Dokumente und Bestätigungen müssten vor dem Aufbau vorgezeigt werden. Ausstellende Unternehmen aus China, die diese Anforderung nicht erfüllen, können nicht an den Ausstellungen in Madrid im Jahr 2020 teilnehmen. Das entspricht einem Zeitraum von zwei Wochen vor Beginn des Aufbaus der Ausstellungen.
Auch allen Besuchern, die nach dem 5. März noch in China gewesen waren, würde ein Besuch untersagt. Auch auf der Messe selbst will die Fespa –gemeinsam mit den Betreiber des Messegeländes IFEMA – für zusätzliche Schutzmaßnahmen sorgen. Etwa mit zusätzlichen Desinfektionsmöglichkeiten oder besonderen Reinigungsabläufen gemäß WHO-Standards – Übrigens die gleichen Quarantäne-Maßnahmen, die die Mobilfunkmesseveranstalter von Barcelona ihren chinesischen Ausstellern und Besuchern noch kurz vor der Absage verordneten.
FESPA-CEO Neil Felton: „Mit diesem vorbeugenden Schritt mit Blick auf unsere ausstellenden Unternehmen in China wollen wir die Gesundheit und das Wohlergehen aller Teilnehmer an unseren FESPA 2020-Veranstaltungen nach besten Kräften schützen und gleichzeitig unseren Ausstellern und Besuchern verlässliche Sicherheit bieten.“

Sorgen auch in Düsseldorf

Mit viel Sorgenfalten beobachtet man derzeit auch in Düsseldorf die Entwicklung der Cronoavirus-Epedemie. Mit einer Interpack vom 7. bis 13. Mai und einer Drupa in der zweiten Junihälfte erwartet stehen die Weltmessen für die für uns relevanten Branchenbereiche vor der Tür. So sollte den auch das Jahr 2020 ein Rekordjahr für die Messe Düsseldorf werden. Wie bereits in der letzten X-media Ausgabe zu lesen war erwartete Messechef Werner Dornscheidt vom Caravan Salon im Herbst 2019 bis zur Drupa bis Ende Juni innerhalb von zehn Monaten rund 1,6 Millionen Besucher und 35.000 Aussteller auf dem Messeglände. „Natürlich sind wir besorgt und im ständigen Kontakt mit den Gesundheitsexperten und Behörden, aber derzeit gibt es aktuell keinerlei Überlegung, bevorstehende Veranstaltungen zu verlegen oder abzusagen. Für die kommenden Veranstaltungen besteht eine unverändert hohe Zustimmung seitens der Aussteller und Besucher” erklärte uns dazu Sabine Geldermann, die bei der Messe Düsseldorf weltweit für alle Druckveranstatungen zuständige Dupa-Direktorin Ende Februar.
Auf der Interpack-Homepage (nicht aber auf der Drupa-Seite) findet sich zum Redaktionsschluss auch gleich prominent ein Sicherheits-Hinweis zur Corona-Situation: Das Risiko einer Infektion mit dem neuartigen Erreger in Deutschland sei nach Einschätzung der WHO, des Robert Koch-Instituts und der Deutschen Behörden derzeit gering bis mäßig. Die medizinischen Einrichtungen auf dem Messegelände seien stets auf dem aktuellen Informationsstand und vorbereitet. Es bestünden klare Regelungen, wie Menschen, die auf dem Messegelände plötzlich Symptome einer schweren Erkrankung entwickeln, versorgt würden. Diese wurden bereits in den Zeiten von SARS, der Neuen Influenza A/H1N1 und auch EHEC entwickelt und erprobt. Die Messe Düsseldorf stelle für ihre Gäste, Partner und Mitarbeiter Händedesinfektionsmittelspender in den Toiletten, Waschräumen, im Bereich vor der Messepraxis/Messeambulanz sowie an den Eingangsbereichen zur Verfügung. Man habe außerdem das Reinigungsintervall für Toiletten und Waschräume erhöht. Die Kontaktflächen (unter anderem Türklinken, Handläufe und Schalter) an Türen, Aufzügen, Treppen und Laufbändern werden mehrmals täglich gereinigt.

Eine wirtschaftliche Frage

Wobei Wienkamp damit einen ganz wesentlichen Aspekt anschneidet – den wirtschaftlichen.
Denn solange nicht von Behördenseite ein Verbot von Großveranstaltungen ausgesprochen wird, wäre eine Ansage ein Millionenverlust. So habe laut der US-amerikanische Computerzeitschrift Wired auch in Barcelona der Veranstalter der MWC Mobilfunkmesse zunächst versucht, die Behörden der spanischen Provinz Katalonien zu überzeugen, einen Gesundheitsnotstand auszurufen. Das wäre wichtig gewesen, um die Kosten einer Absage von Versicherungen zurückzubekommen.
Aber auch für die Region selbst kommt eine Absage teuer. So schafft die MWC in Barcelona rund 14.000 Zeitarbeitsplätze und die Stadt verdiente zuletzt 492 Millionen Euro mit dem Event.
Noch dramatischer ware eine Absage von Veranstaltungen aber für Düsseldorf. Die wirtschaftliche Bedeutung der Messe lässt sich laut einer Statistika-Erhebnung mit 795 Millionen Euro beziffern, die die Messekunden unmittelbar in einem durchschnittlichen Veranstaltungsjahr in der Stadt ausgeben. Werden zusätzlich die indirekt angestoßenen Effekte berücksichtigt, so belaufen sich die veranstaltungsinduzierten Umsätze auf 1,29 Milliarden Euro. Diese sichern in der Rheinmetropole mehr als 12.800 Arbeitsplätze. Zudem verdankt die Stadt dem Messegeschäft Steuereinnahmen in Höhe von 30,1 Millionen Euro.
Und dass der Coronavirus sich schon jetzt negativ aufs Messegeschäft In Düsseldorf auswirkt zeigt die Schlussbilanz der vom 16. bis 20. Februar 2020 abgehaltenen EuroShop. Statt 113.000 Besucher wie zuletzt kamen um 19.000 weniger – laut Messe-CEO Erhard Wienkamp aus Angst vor dem Coronavirus. Und 40 chinesische Aussteller hätten ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt.
(3.3.2019, Red.)

  • Für die Zeit nach dem Virus: Die neuen Termine der wichtigsten Branchen-Messen und Events

    marke(ding), 2. September 2020, Hofburg, Wien
    Label Expo, 21. bis 24. September 2020, Brüssel
    print fair, 21. und 22. Oktober 2020, Wien
    Viscom, 12. bis 14. Jänner 2021, Düsseldorf
    Interpack, 25. Febr. bis 3. März 2021, Düsseldorf
    Fespa, 9. bis 12. März 2021, Amsterdam
    InPrint, 9. bis 11. März 2021, München
    Lopec, 23. bis 25. März 2021, München
    Drupa, 20. bis 30. April 2021, Düsseldorf
    Fachpack, 28. bis 30. Sept. 2021, Nürnberg
    Xfair, 12. bis 14. Oktober 2021, Wien
    Ifra WPE, 13. und 14. Oktober 2021, Berlin
    Expo 4.0, 10. bis 12. Februar 2022, Stuttgart
    Innovationdays, 21. bis 24. Febr. 2022, Luzern
    Photokina, 18. bis 21. Mai 2022, Köln

  • Präferenz für Regionalmessen und Digitales: Auch Siegwerk sagt Drupa- und Interpack ab

    Der Absage-Reigen um Großmessen geht weiter. Nun hat auch der Farbhersteller Siegwerk beschlossen, weder an der Drupa im April 2021 in Düsseldorf, noch an der Interpack zwei Monate zuvor teilzunehmen. Laut Bettina Horenburg, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Siegwerk, gehe das Unternehmen davon aus, dass „sich die Gesamtwahrnehmung von Großausstellungen durch die globale Pandemie verändern wird und dass regionale, kleinere Fachmessen sowie mehr virtueller Austausch in Zukunft eher einen Mehrwert darstellen werden.“ Außerdem wolle man sich mehr auf virtuelle Tools und Dienstleistungen konzentrieren, um seine Kundenbindungsstrategie in Zukunft weiter zu digitalisieren.

  • Müller Martini räumt auf: Goebel übernimmt deutsches Druckmaschinengeschäft

    Sechs Jahre nach Einstellung der Produktion von formatvariablen Rollenoffset-Druckmaschinen verkauft Müller Martini die MM Druckmaschinen GmbH im deutschen Maulburg an die schweizer Goebel Capital GmbH. Die Gesellschaft wird neu unter dem Namen Goebel MMD GmbH firmieren. Die Kunden von Müller Martini-Druckmaschinen werden damit nicht nur langfristig betreut, sondern sie können auch von den neusten Goebel-Entwicklungen profitieren. Müller Martini selbst wird für die weltweit grosse Basis an installierten Rollenoffset-Druckmaschinen  während der kommenden Jahre die Ersatzteil-Verfügbarkeit sicherstellen.

  • Statt Großformat: Heidelberg investiert in die Produktion gedruckter Elektronik

    Aus dem großformatigen Offsetdruck hat sich Heidelberg zurückgezogen, gedruckte Elektronik soll ein neuers Standbein werden. So hat das Unternehmen eine eigene Geschäftseinheit zur industriellen Entwicklung, Herstellung und Vertrieb gedruckter und organischer Elektronik gegründet und bereits die Produktion am Standort Wiesloch-Walldorf aufgenommen. Dafür hat man rund 5 Mio. Euro in den Aufbau einer kompletten Produktionsstraße für gedruckte Sensoren investiert.
  • Heideldruck-Aktie nach Gallus-Verkauf bei Anlegern gefragt

    Gut angekommen ist bei Anlegern von Heidelberger Druck der Verkauf der Gallus Gruppe. Durch die Veräußerung will sich der Druckmaschinenhersteller zunehmend auf das Kerngeschäft konzentrieren und in schwierigen Zeiten liquide Mittel bekommen, kommentierte Analyst Eggert Kuls von Warburg Research. Die Aktie verbuchte nach der Ankündigung via XETRA zeitweise ein Plus von 8,25 Prozent auf 0,702 Euro, womit sie sich wieder an ihr Zwischenhoch von Anfang Juni bei 0,735 Euro heranpirschte. Mit dem Kaufpreis von 120. Millionen Euro entspanne sich auch die Schuldensituation, hieß es dazu im täglichen Bernecker-Börsenbrief. Mit dem aktuellen Aktienkurs liegt der Marktwert des Druck-Weltmarktführers aber nachwievor nur bei knapp 220 Millionen Euro, nur 100 Millionen weniger als der Gallus-Verkauspreis.

  • Messetrio Viscom, PromoTex, PSI vom 12. bis 14. Jänner als Initialzündung zum Neustart

    Weltweit wurden mehr als 2.500 internationale Messen im Covid-Seuchenjahr 2020 abgesagt. Mit seinen drei Messen PSI, PromoTex Expo und viscom will Veranstalter Reed vom 12. bis 14. Januar 2021 in Düsseldorf die Initialzündung zum Neustart eines hoffentlich gesünderen 2021 starten. „Nach dem Lockdown braucht die Wirtschaft dringend Absatzplätze für ihre Produkte. Messen sind eines der schnellsten Instrumente zur Konjunkturerholung und können ein Signal für den Neubeginn sein“, sagt Petra Lassahn, Director der drei Fachmessen. Gemeinsam bilden die PSI, PromoTex Expo und viscom die gesamte Welt des Werbens und Verkaufens ab. Durch die enge Vernetzung benachbarter Wirtschaftszweige sorgen sie für eine große Strahlkraft innerhalb der Branche und darüber hinaus. „Vor allem im Verbund können die Messen kurz- und mittelfristig die dringend nötigen Impulse für die Revitalisierung der Branchen geben.“

  • Version 12 von Agfa-Apogee: mehr Automatisierung und mehr Kundeninteraktion

    Agfa hat die neue Version v12 seines Workflow-Programms Apogee veröffentlich. Agfa sieht darin einen weiteren Schritt in der Automatisierung der Druckproduktion. So neue Ausschieß- und Freigabefunktionen eingeführt und eine browserbasierte Benutzeroberfläche soll die externe Kontrolle der Druckproduktion für Vertriebsmitarbeiter ermöglichen. Weitere Funktionen sind das Online-Portal Apogee WebApproval, über das Drucksacheneinkäufer Dateien hochladen und Seiten freigeben können, sowie Apogee Cloud samt der neuen browserbasierte Benutzeroberfläche WebFlow.

  • Trotec kontert Konkurrenz: Markenauftritt neu gestaltet

    Mit einem neuen Markenauftritt samt neuem „e“ im Logo will Trotec Laser, oberösterreichischer Hersteller von Lasersystemen, wohl ein Zeichen gegen die neue Konkurrenz durch ehemalige Gesellschafter und das ehemalige Management setzen. Wie berichtet will die Enkelin des Firmengründers Walter Just unter dem Namen Just-Laser ihrem früheren Unternehmen Konkurrenz machen und ebenfalls Lasersysteme herstellen. „Unser gesamter visueller Auftritt unterstützt die Kommunikation unserer Werte, unserer Identität. Für Trotec heißt das konkret, unser Logo soll unser Tun als Innovationsführer unterstreichen,“ erklärt Dr. Andreas Penz, Geschäftsführer Trotec Laser.
  • Konica Minolta übernimmt auch MGI-Vertrieb und Support

    Schon seit 2014 arbeiten Konica Minolta und MGI, französischer Hersteller von digitalen Druckveredelungssystemen, zusammen. Nun bauen sie ihre Zusammenarbeit weiter aus. So sollen MGI-Systeme künftig direkt über das Distributionsnetz von Konica Minolta vertrieben werden. Für MGI-Kunden wird Konica Minolta zudem alleiniger Ansprechpartner rund um den Service, Support und die Administration. Bereits 2016 hat Konica Minolta die Beteiligung an MGI auf 40,5 Prozent ausgebaut und sein Portfolio damit um MGI-Systeme für den Produktions-, Etiketten- und Verpackungsdruck erweitert. Vertrieb und Service für die Druckveredelungs-Systeme des französischen Herstellers oblagen jedoch bisher bei MGI.