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Ausgetrickst: Mediaprint lagert Drucker in Metaller-Firma aus

Die Drucker-Gewerkschaft schäumt, musste schlussendlich aber doch gute Miene zum bösen Spiel machen. Das Druckunternehmen von Kurier und Krone hat Teile ihres Druckpersonals in eine neue Firma ausgegliedert – zum viel billigeren Metaller-Kollektivvertrag. Wer nicht mitzieht sollte gekündigt werden.

Große Aufregung bei der Mediaprint. Sie hat am 22. Jänner der Belegschaft Einsparungen im Druckereibereich und die Auslagerung von Druckereipersonal angekündigt. Die betroffenen Druckhelfer sollen zwar ihre Jobs behalten, ab 24. Februar allerdings in eine externe Firma und in den billigeren Metallerkollektivvertrag wechseln. Betroffen sein sollten 60 Drucker sowie 60 Druckhelfer an den Standorten Inzersdorf und Salzburg. Die Verträge von Druckern und Druckhelfern im Medienbereich gelten in der Branche wegen ihrer Gehaltsstruktur seit Jahren als überdurchschnittlich hoch. Überlegungen von Verlagen, hier Änderungen vorzunehmen, gab es immer wieder.
Sollten die Druckhelfer dem Vorhaben, mit dem eine Reduktion der Löhne und Freizeitansprüche verbunden ist, nicht zustimmen, gibt es von der Mediaprint das Angebot einer Sozialplanzahlung inklusive Auflösung des Dienstverhältnisses, hieß es ursprünglich aus dem Unternehmen. Die Drucker selbst sollen zugleich Arbeiten, welche die Produktion betreffen und die bisher zum Teil von den Druckhelfern erledigt wurden, mit übernehmen. Dieser Veränderung der Arbeitsanforderungen müssen die Drucker jedoch zustimmen oder ebenfalls in die von der Mediaprint offerierte Sozialplanzahlung optieren.
Bei der „externen“ Firma, die ebenfalls den Sitz am Mediaprint-Standort hat, handelt es sich um die erst Mitte November in Firmenbuch eingetragene SEMTEC Servicelösungen GmbH, die Tochterfirmer der S.E.M. Servicegesellschaft mbH aus Ludwigshafen, die schon seit vielen Jahren in Deutschland inbesondere für Verlage Teile der Druckproduktion als externer Dienstleister übernimmt und dazu auch das Personal zur Verfügung stellt.

Gewerkschaft zeigt sich über Vorgehen „fassungslos“

Die Druckergewerkschaft zeigte sich in einer ersten Reaktion jedenfalls „fassungslos“. „Wir haben eine einzigartige Situation im negativen Sinne erlebt“, kritisierte die Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Barbara Teiber, das Mediaprint-Vorgehen – und kündigte sofortige Gespräche mit der Mediaprint-Geschäftsführung an, die denn auch gleich am nächsten Tag abgehalten wurden.
Mit dem Ergebnis, dass zumindest keine Kündigungen ausgesprochen werden sollten. All jene, die mit dem Betriebsteilübergang oder geänderten Arbeitsbedingungen nicht einverstanden sind, wird ein umfangreiches Sozialplanangebot zur Verfügung gestellt. Dieses sieht vor, dass neben erhöhten Abfindungen eine Arbeitsstiftung eingerichtet wird.
Die geplante Ausgliederung selbst konnte aber nicht verhindert werden. „Die Herausforderungen, vor die wir als Belegschaftsvertretung gestellt wurden waren unerwartet und extrem unerfreulich. In intensiven Verhandlungen mit der Geschäftsführung konnten wir die Folgen dieser Maßnahmen deutlich abmildern“, hängt sich Michael Ritzinger, Betriebsratsvorsitzender Mediaprint, in einem Gespräch mit der Graphischen Revue, dem Fachmedien-Organ der Gewerkschaft, das magere Ergebnis der Nachverhandlungen aber dann doch noch als Erfolg um.

Lesen Sie mehr zur Problematik eines teuren Drucker-Kollektivertrages und die Auswirkungen auf die Druckindustrie in der nächsten Print-Ausgabe von X-media Ende Februar.
(23.1.2020, Update 26.1.,Red.)

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